Diese Seite ist im letzten Jahrhundert (24.Jun.1999?) irgendwoher kopiert worden. Leider ohne Referenz. Wohl weil ich vor hatte, die Wohnung neu zu verkabeln. Die Seite ist nur noch da, weil es einige Zugriffe darauf gibt - aber vielleicht auch nicht mehr lange....
Bei ISDN werden grundsaetzlich nur digitale Daten zwischen den Endgeraeten
uebermittelt. Die Einteilung des Datenstroms in 4 logische Kanaele ist von der
Art der Uebertragung, also von den Kabeln, vollkommen unabhaengig.
Der Datenstrom wird in folgende Kanaele aufgeteilt, und zwar durch zeitlich
hintereinander liegende Frames.
| Kanalnamen | kBit/s | Funktion |
| B1 | 64 | Nutzkanal 1(Sprache, Daten, usw.) |
| B2 | 64 | Nutzkanal 2(Sprache, Daten, usw.) |
| C (nur Uk0) | 16 | Equalizing NTBA <-> Vermittlung |
| D | 16 | Signalisierung (Rufnummer, Dienst,...) |
Der NTBA hat also nichts mit den Rufnummern, Dienstkennungen oder B-Kanaelen
zu tun. Er ist auch keine kleine TK-Anlage, an der man intern kostenlos telefonieren
kann (sprich: Eine Verbindung von Geraet zu Geraet am S0 z.B. fuer 2 PC ist
nur ueber das Amt moeglich). Er wandelt nur von 2 Adern auf 4 Adern um und trennt
dazu Sende- und Empfangsrichtung.
Protokolle:Es gab in Deuschland zwei unterschiedliche Protokolle, und zwar das
alte 1TR6, auch nationales ISDN genannt, und das heute uebliche europaeische
Euro-ISDN (E-DSS1). Geruechteweise hat die Telekom Anfang 1999 alle Anschluesse
auf E-DSS1 umgestellt. Neuanschluesse gibt es seit meheren Jahren sowieso nur
noch als Euro-ISDN. Spannungen:Der NT wird von der Vermittlungsstelle mit der
gleichen Spannung wie analoge Anschluesse versorgt (ca. 40 - 60 Volt), bei Standleitungen
und Sonderfaellen sind es ca. 80 bis 100 Volt. Auf dem S0-Bus liegen ca. 40V.
Die Verkabelung:Von der Vermittlungsstelle kommen zwei Leitungen, die der Techniker
an den NT anklemmt. Inzwischen gibt es auch fast ueberall den "steckbaren
NT", den der Kunde im T-Punkt abholen oder sich zuschicken lassen kann.
Dieser ist mit einem TAE-Stecker ausgestattet und wird zum passenden Zeitpunkt
(vereinbarter Termin oder Anruf von der Vermittlungsstelle) statt des bisherigen
Telefons in die TAE-F-Dose gesteckt. Die Erkennung des NT dauert dabei unter
Umstaenden einige Minuten, also Geduld! Das geht aber nur bei bereits digitalisierten
Vermittlungsstellen und auch nicht auf den im Osten ueblich gewesenen Zweier-Anschluessen.
Angeblich sind aber alle Vermittlungsstellen bereits digital (Stand Anfang1999).
Der Vorteil liegt in einer eventuell schnelleren Realisierung, und man spart
die Pauschale fuer die "Arbeiten in Ihren Raeumen". Zumal der Techniker
heute auch nur noch mir einem steckbaren NT kommt und den fuer 100 DM an die
Wand schraubt. Der S0-Bus hat je zwei Adern fuer den Sender (vom NT zum Endgeraet)
und den Empfaenger (zum NT zurueck). Da das Monopol der Telekom am NT beendet
ist, kann eine zugelassene Firma den Rest machen (oder man macht es selber)..
Zum Anschluss an den NT kann man entweder die Western-Modular-Buchsen (8p8c,
RJ 45) oder 4 Klemmen benutzen. An die Klemmen kommt man nach dem Oeffnen der
kleinen Klappe, die Schraube ist eventuell von einem Gummistopfen verschlossen.
Das NT-Gehaeuse braucht dazu nicht geoeffnet zu werden. Es gab NT's mit vertauschten
Klemmen (jeweils a und b), aber das stoert nur, wenn auch die RJ45 am NT belegt
wird, sollte es also zu Problemen kommen, die vrschwinden, wenn entweder der
Bus oder das Geraet am NT abgezogen wird, muss man a/b an den Klemmen des NT
tauschen. Ich habe auch von Beipackzetteln gehoert, die falsch beschriftet waren,
entscheidend ist die Beschriftung am NT! Verbindungskabel:
Drahtfarben gebraeuchlicher Installationskabel
|
Anschluss am NT
|
Kabelfarben beim
Fernmeldekabel |
Kabelfarben beim
Hausinstallationskabel |
Anschluss am Teilnehmer
|
Pin am
RJ-45 Anschluss |
|
1a (RX+)
|
|
|
1a (TX+)
|
4
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|
1b (RX-)
|
|
|
1b (TX-)
|
5
|
|
2a (TX+)
|
|
|
2a (RX+)
|
3
|
|
2b (TX-)
|
|
|
2b (RX-)
|
6
|
Wie man sieht, genuegen 4adrige Kabel. Die gerne angebotenen 8adrigen ISDN-Kabel
sind einfach nur teurer, benutzt werden nur die inneren 4 Adern, man kann also
normales Telefon- Flachkabel in einen RJ45-Stecker crimpen (fuer kurze Kabel).
Die Netzprovider verwenden Kabel, deren Adern im Stern-Vierer angeordnet sind.
Beim Sternvierer werden die 2*2 Adern diagonal belegt, bilden somit eine abgeglichene
Brueckenschaltung die relativ unempfindlich gegen Stoerungen ist. Es kann normales
Telefonkabel verwendet werden, wobei das flache zum Anquetschen der Stecker
nicht fuer feste Installation benutzt werden sollte, weil es eben kein Stern-Vierer
ist und ausserdem zum Teil Gewebe-Litze, die sich schlecht klemmen laesst. Wer
die Kabellaenge ausreizen muss, sollte das richtige Telekom- Kabel "J-Y(St)Y
2*2*0,6 St III Bd" nehmen. Die Farben je nach Kabel, Zahlen fuer RJ45.
Nicht verrwirren lassen von RJ-45-Dosen mit wilder Verteilung der Nummern, die
aufgedruckten Nummern stimmen, sie muessen nicht in der Reihe liegen wie die
Kontakte, denn unter den eigentlichen Dosen liegt eine Leiterplatte, deren Layout
unterschiedlich sein kann. Es gab auch mal 8-polige TAE-Stecker fuer ISDN (in
der 1TR6-Zeit), die sind aber mittlerweile ausgestorben. Wer sowas noch hat,
sollte sie gegen RJ-45-Buchsen/Stecker tauschen.
Bei der Installation von ISDN-Bussen werden in der Regel nur noch RJ-45 (Western-)
Buchsen verwendet. Dieselben Buchsen werden auch fuer EDV-Netzwerke (Twisted
Pair Ethernet, 10BaseT) benutzt (Aber nicht die Kabel !). Nachfolgende Tabelle
zeigt die Anschlussbelegung der RJ-45-Buchsen:
![]() |
Pin
|
Funktion am S0-Bus
|
Funktion Ethernet (10BaseT)
|
|
1
|
leer
|
1a
|
|
|
2
|
leer
|
1b
|
|
|
3
|
2a (RX+)
|
2a
|
|
|
4
|
1a (TX+)
|
leer
|
|
|
5
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1b (TX-)
|
leer
|
|
|
6
|
2b (RX-)
|
2b
|
|
|
7
|
leer
|
leer
|
|
|
8
|
leer
|
leer
|
Die Verdrahtung des S0-Busses erfolgt, wie der Name schon sagt, als Bus. Das
heisst, alle Anschlussdosen werden parallel geschaltet.In der Praxis bedeutet
das, das man mit dem Kabel von Dose zu Dose 'springt'. Achtung: Am ISDN-Bus
duerfen maximal 8 Geraete bzw. 12 Dosen angeschlossen werden !
Das sieht dann ungefaehr so aus:
Beispiel mit 3 RJ-45-Dosen irgendwo im S0-Bus

Und nun zu dem Teil, bei dem die meisten Leute Schwierigkeiten haben:
Die Terminierung des ISDN-Busses:
Wie jedes Kabel oder jeder Computerbus, der hochfrequente Signale fuehrt (bei
ISDN bis 160kHz), muessen die Leitungsenden mit ihrer Kabeltyp-spezifischen
Impedanz (Telefonkabel: ca. 110 Ohm) abgeschlossen werden, um Reflexionen und
Stoerungen auf der Leitung zu vermeiden. Was in der Theorie recht kompliziert
ist, ist in der Praxis aber gar nicht so schwer :
An den Enden des Busses wird jeweils ein 110 Ohm-Widerstand (100 Ohm
tun's auch) angeschlossen. Und zwar an jedes Adernpaar einer. Zu beachten ist
dabei, das der NTBA diese Abschlusswiderstaende bereits eingebaut hat. Soll
der NTBA in der Busmitte installiert werden, muss man die Terminatoren im NTBA
abschalten (meist mittels DIP-Schalter oder Jumper).
Grafisch aufbereitet sieht das so aus :
Beispiel fuer NTBA am Ende des Busses
Beispiel fuer NTBA in der Mitte vom S0-Bus
Es ist oft ganz praktisch, einen ISDN-Bus komplett zu installieren, mit allen Dosen, beidseitig terminiert, aber ohne den NTBA Den Steckt man dann mit einem normalen RJ-45-Kabel (Standard ISDN-Anschlusskabel) in einen der Anschlussdosen. Auf diese Art kann man den Bus schon vorher installieren, auch wenn man den NTBA noch nicht hat, bzw. noch nicht weiss, wohin er soll..
Kontrollmessung nach dem Verkabeln (NT an 230 V angeschlossen):
Die Messung kann nicht die Vertauschung von a und b feststellen. Sie stellt nur sicher, dass die ca. 40V nicht zwischen a und b liegen und dass Sender und Empfaenger richtigherum sind. Geht die Verbindung nicht, dann ein a/b-Paar (z.B. 4-5) vertauschen. Geht die Verbindung nur, wenn kein zweites Geraet aktiv ist, dann sind irgendwo sowohl a1/b1 als auch a2/b2 vertauscht, das kann auch schon am NT sein, es gibt welche mit falscher Beschriftung. 40 V koennen bei empfindlichen Personen bereits lebensgefaehrlich sein, besonders, wenn man vor Aufregung feuchte Haende hat. Neuerdings gibt es auch ISDN-Teststecker, ob die aber auch Adern- Vertauschung bemerken oder auch nur die Spannung wie oben pruefen, weiss ich nicht.
Man kann a und b vertauschen, aber dann bei allen Geraeten, sonst loeschen
sich die Signale aus! Wenn am NT in der RJ45-Buchse ein Geraet angeschlossen
ist, geht das nicht mehr.
Sender/Empfaenger duerfen natuerlich nicht vertauscht werden.
Typischster Fehler ist die Vertauschung von einem oder gar beiden a/b-Paerchen
in einer Dose oder einem Kabel. Das hat meistens folgendes Fehlverhalten zur
Folge: Jedes Geraet alleine arbeitet korrekt. Beide arbeiten korrekt, wenn sie
direkt am NT angeschlossen werden (es sei denn, das eine Kabel ist schuld).
Wird das zweite ueber eine Dose dazugesteckt, faellt beim ersten die Verbindung
zusammen (ev. auch erst nach dem Aktivieren des 2. Geraetes). Oder aber auch:
Es arbeitet immer nur ein Geraet, und zwar das, das zuerst aktiv wurde. Eine
gewisse Zeit nach dem Auflegen geht dann auch das andere, aber dafuer das erste
nicht mehr. Die Leitung von der Vermittlungsstelle hat rund 50 bis 100 V, Plus
an b. Notspeisung/NT-NetzsteckeWer nur Geraete am S0 hat, die selbst mit Strom
versorgt werden, also ueber ein Netzteil oder die Rechnerspannung, braucht den
Netzstecker vom NT nicht in die Dose stecken. Das wurde einigen sogar von der
Telekom empfohlen, weil es die Lebensdauer der NTs erhoeht (weniger Waermeentwicklung).
Geraete ohne Netzteil (Telefone) bekommen ihre Energie aus den 40 V vom NT.
Nicht jeder Telekom-Mitarbeiter ist ISDN-Spezialist, und so gibt es auch Geruechte,
die besagen, dass einige TK-Anlagen nur liefen, wenn der Stecker drin sei, andere
nur, wenn er nicht drin sei... Das ist Unsinn, weil die Gleichspannung auf dem
S0-Bus fuer TK-Anlagen voellig ohne Bedeutung ist, sie haben ein eigenes Netzteil.
Die Elektronik des NT wird immer vom Amt mit Strom versorgt. Das Netzteil
des NT speist nur den S0-Bus. Dieser wird fuer Notfaelle auch durch den NT von
der Vermittlungstelle versorgt, kann dann aber nur eine begrenzte Leistung (410
mW) aufbringen. Damit ein Telefon dann funktioniert, muss es notspeisungsberechtigt
sein, das geht ueber einen Jumper oder aehnliches. Dabei werden die Funktionen
eventuell eingeschraenkt, z.B. kein Freisprechen und kein Display waehrend des
Gespraechs. Es darf sich nur ein notspeisungsberechtigtes Geraet am Bus befinden.
Nicht jedes Telefon ist notspeisefaehig, verfuegt also ueber den erwaehnten
Jumper
P.S.:
Wenns nicht funktioniert, ist man nicht immer selber schuld ! . Auch die Telekom
baut mal Mist (und das leider gar nicht mal so selten ...). Im Zweifelsfall
da anrufen mit der Bitte, den NTBA in der Vermittlungsstelle mal zu resetten.
Das hat schon oft seltsame Fehler beseitigt (Typ. Fehler: meistens geht's Telefon,
aber andere Dienste spinnen).