AG Numerische Analysis

Forschungsschwerpunkte

  • Adaptive Wavelet-Verfahren für Operatorgleichungen

    • Adaptive Verfahren für elliptische Probleme
      Ziel dieses Forschungsvorhabens ist das Design von adaptiven Wavelet-Verfahren für Operatorgleichungen, insbesondere elliptische partielle Differentialgleichungen. Die Äquivalenz von Sobolevnormen und gewichteten Folgennormen von Wavelet-Koeffizienten erlaubt die Konstruktion von verlässlichen und effizienten a posteriori-Fehlerschätzern. Diese führen auf adaptive Strategien, deren Konvergenz gezeigt werden kann.
      Dieses Projekt wird gemeinsam mit A. Barinka (RWTH Aachen), T. Barsch (RWTH Aachen), P. Charton (IREMIA - Universite de la Reunion), A. Cohen (Universite Paris VI), W. Dahmen (RWTH Aachen) und K. Urban (RWTH Aachen) bearbeitet.

      (Film 1/Film 2/Film 3)

      Poster: Realization of an adaptive Algorithm using Wavelet Methods


    • Adaptive Verfahren für parabolische Probleme
      Das Ziel ist die Übertragung der bereits existierenden adaptiven Strategie für elliptische Probleme auf den Fall parabolischer Gleichungen. Hierzu muss eine geeignete Schrittweitensteuerung in Zeitrichtung entwickelt werden. In jedem Zeitschritt kann dann auf den bereits vorhandenen voll adaptiven elliptischen Löser im Ortsraum zurückgegriffen werden.


    • Adaptive Verfahren für inverse Probleme
      Die Entwicklung adaptiver Verfahren für inverse Probleme stellt derzeit eine große Herausforderung dar. Die bekannten, voll adaptiven Verfahren funktionieren so lange exzellent, wie der zu Grunde liegende Operator beschränkt invertierbar ist. Genau dies ist aber für inverse Probleme auf Grund von Daten- und Operatorfehlern nicht der Fall. Ein erster Ansatz besteht darin, das Tikhonov-Philipps-Regularisierungsverfahren zu verwenden und die entstehenden Normalengleichungen mit den bekannten adaptiven Verfahren zu lösen.
      Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit P. Maaß (Universität Bremen), H.-J. Reinhardt (Universität Siegen) und M. Yamamoto (Graduate School of Mathematical Sciences, University of Tokyo) durchgeführt.

  • Regularitätstheorie partieller Differentialgleichungen
    Dieses Forschungsprojekt wird motiviert durch die folgende Grundsatzfrage: In welchen Fällen bieten adaptive numerische Algorithmen tatsächlich Vorteile gegenüber nicht-adaptiven (uniformen) Verfahren? Die Konvergenzordnung nicht-adaptiver Verfahren wird im Allgemeinen durch die Regularität der exakten Lösung der zu Grunde liegenden Gleichung in der klassischen Sobolevskala bestimmt. Eine theoretische Analyse zeigt nun, dass im Gegensatz dazu die erzielbare Approximationsordnung für adaptive Verfahren durch die Regularität in nichtklassischen Glattheitsräumen, den Besovräumen, bestimmt wird. Um also sicherzustellen, dass für ein gegebenes Problem adaptive Verfahren hilfreich sein können, muss die Besov-Regularität der exakten Lösung untersucht werden.
    Dieses Projekt wird in Kooperation mit R. DeVore (University of South Carolina) durchgeführt.

  • Konstruktion von Wavelets

    • Konstruktion interpolierender Skalierungsfunktionen
      Ziel des Projektes ist die Konstruktion möglichst glatter und möglichst lokalisierter Skalierungsfunktionen und Wavelets für allgemeine Dilatationsmatrizen. Die Anzahl der benötigten Wavelets und damit die Komplexität der Algorithmen wird durch die Determinante der Dilatationsmatrix bestimmt. Man ist also an Matrizen mit möglichst kleiner Determinante interessiert. Für viele Anwendungen, etwa im CAGD, hat sich insbesondere die Verwendung interpolierender Skalierungsfunktionen als hilfreich erwiesen.
      Dieses Projekt wird in Kooperation mit K. Gröchenig (University of Connecticut), P. Maaß (Universität Bremen) und G. Teschke (Universität Bremen) bearbeitet.
      Poster: Two-Dimensional Interpolating Lagrange Wavelets


    • Dualsysteme für allgemeine Skalierungen
      Für interpolierende Skalierungsfunktionen kann eine Wavelet-Basis in Form einer verallgemeinerten hierarchischen Basis sofort angegeben werden. Aus Stabilitätsgründen ist dies jedoch nicht immer zweckmäßig. Um stabile Basen in Skalen von Funktionenräumen wie etwa den Sobolevräumen zu erhalten, werden geeignete Dualsysteme benötigt.
      An diesem Projekt arbeiten wir gemeinsam mit P. Maaß (Universität Bremen) und G. Teschke (Universität Bremen).
      Poster: Interpolationg Scaling Functions with Smooth Duals

  • Wavelet-Quadraturverfahren
    Setzt man Wavelet-Verfahren zur Signalanalyse bzw. zur numerischen Behandlung von Operatorgleichungen ein, so müssen früher oder später Integrale der Form
    \int_{\mathbb R}f(x)\psi(2^jx-k)\,dx
    berechnet werden. Ein naiver Zugang über Standard-Quadraturformeln würde hier nicht zum Ziele führen, da das Wavelet \psi im Allgemeinen nicht sehr glatt ist bzw. nicht explizit bekannt ist. In diesem Zusammenhang haben sich spezielle Quadraturformeln vom Gauß-Typ als sehr leistungsfähig erwiesen.
    Dieses Projekt wird in Kooperation mit A. Barinka (RWTH Aachen), T. Barsch (RWTH Aachen) und M. Konik (TU Chemnitz) bearbeitet.


  • Wavelet-Verfahren zur Analyse von Radardaten
    Ziel jeder Radartechnik ist es, Informationen über ein Objekt mittels der Analyse von reflektierten Signalen zu erhalten. Für ein punktförmiges Objekt ist die Analyse noch recht einfach. Zusätzliche Schwierigkeiten treten allerdings auf, wenn das zu untersuchende Objekt aus einem ausgedehnten Medium, beschrieben durch eine Reflektionsdichte, besteht. Dann kann diese Dichte durch Aussenden eines einzelnen Signals nicht mehr rekonstruiert werden. Es liegt nun nahe, nicht nur ein einzelnes Signal, sondern eine Familie von Signalen auszusenden. Man kann zeigen, dass dieses Vorgehen eine vollständige Rekonstruktion ermöglicht, vorausgesetzt, dass die ausgesandten Signale ein Frame bilden.
    Dieses Projekt wird in Kooperation mit P. Maaß (Universität Bremen) und G. Teschke (Universität Bremen) bearbeitet.
    Poster: Reconstruction of Reflectivity Densities by Frame Techniques Poster: Reconstruction of Reflectivity Densities by Frame Techniques II


  • Zeit-Frequenz-Analyse, Frames
    Ziel des Projektes ist die Konstruktion von Frames für Coorbiträume auf Mannigfaltigkeiten. Solche Coorbiträume werden mittels quadratintegrabler Darstellungen geeigneter Gruppen definiert. Zwei wichtige Spezialfälle auf der euklidischen Ebene sind die Besov- und die Modulationsräme, die als Coorbiträume bezüglich Darstellungen der affinen bzw. der Weyl-Heisenberg-Gruppe interpretiert werden könnnen. Für diese Fälle lassen sich mittels der Feichtinger-Gröchenig-Theorie geeignete Frames konstruieren. Wir befassen uns mit der Verallgemeinerung dieser Theorie für den Fall der Darstellung auf Mannigfaltigkeiten, insbesondere auf Sphären.
    Wir kooperieren hierbei mit G. Steidl (Universität Mannheim) und G. Teschke (Universität Bremen).
    Poster: Coorbit Spaces and Banach Frames on Homogeneous Spaces